Ein Rundballen Heu kostet in Deutschland zwischen 35 und 95 Euro — je nach Durchmesser, Qualität, Schnitt und Region. Ab Hof liegt der Preis am unteren Ende, geliefert am oberen.
Die Spanne ist so breit, dass die Zahl allein nichts wert ist. Entscheidend ist der Preis je Kilogramm.
Preisspannen nach Format
| Format | Gewicht | Preis ab Hof | Preis je kg |
|---|---|---|---|
| Ø 1,20 m | 180–250 kg | 35–55 € | 0,18–0,26 € |
| Ø 1,50 m | 300–400 kg | 55–80 € | 0,17–0,23 € |
| Ø 1,80 m | 450–600 kg | 75–110 € | 0,16–0,21 € |
Größere Ballen sind je Kilogramm günstiger — die Presskosten je Ballen sind fast gleich, die Menge darin nicht.
Warum der Ballenpreis in die Irre führt
Ein Beispiel aus der Praxis. Zwei Anbieter, beide 60 Euro je Rundballen:
- Anbieter A presst Ø 1,50 m mit 340 kg → 17,6 Cent je Kilogramm
- Anbieter B presst Ø 1,20 m mit 210 kg → 28,6 Cent je Kilogramm
Derselbe Ballenpreis, 62 Prozent Unterschied. Wer nach Ballen kauft, kauft eine unbekannte Menge.
Fragen Sie deshalb immer nach dem Ballengewicht. Ein Anbieter, der es nicht nennen kann oder will, hat nicht gewogen. Bei uns steht der Grundpreis je 100 kg an jedem Artikel, und das gewogene Gewicht jeder Charge im Halmpass.
Was den Preis nach oben treibt
Die Qualität. Bodentrocken geworbenes, grünes, staubarmes Heu vom Hang kostet mehr als Heu von der intensiv gedüngten Talwiese. Der Aufwand ist höher, der Ertrag je Hektar niedriger.
Der Schnitt. Zweiter Schnitt liegt meist 10 bis 20 Prozent über dem ersten, weil der Ertrag geringer ausfällt.
Die Analyse. Laborgeprüftes Heu mit ausgewiesenen Werten für Zucker, Fruktan und Rohfaser kostet mehr — und ist für Pferde mit EMS oder Hufrehe der einzige gangbare Weg.
Das Jahr. Ein nasses Frühjahr verschiebt die Ernte, senkt die Qualität und hebt den Preis für das wenige gute Heu deutlich an.
Die Kosten, die gern vergessen werden
Der Ballenpreis ist selten der Endpreis.
Fracht. Rundballentransporte sind volumenbegrenzt. Für eine Teilladung über 300 km können 15 bis 25 Cent je Kilogramm dazukommen — mehr als das Heu selbst kostet. Unser Frachtrechner rechnet das vorab durch.
Verderb. Was falsch gelagert schimmelt, war umsonst gekauft. Kalkulieren Sie 5 bis 10 Prozent Verlust ein, wenn kein trockener, luftiger Lagerplatz vorhanden ist. Siehe Heu richtig lagern.
Abladen. Ein Rundballen mit 400 kg braucht Technik. Ohne Frontlader wird die Anlieferung zum Problem.
Wann günstig teuer wird
Der niedrigste Kilopreis ist selten der beste Kauf. Drei Fälle, in denen sich das regelmäßig rächt.
Heu ohne Analyse für ein stoffwechselkrankes Pferd. Ein Ballen für 45 statt 65 Euro ist kein Sparen, wenn der Zuckergehalt einen Reheschub auslöst. Eine Hufrehebehandlung kostet ein Vielfaches der Ersparnis einer ganzen Saison.
Restposten aus dem Vorjahr. Zweijähriges Heu ist nicht automatisch schlecht, verliert aber Carotin und Vitamine deutlich. Als Grundfutter für gesunde Pferde vertretbar, für Fohlen oder alte Tiere nicht.
Ungewogene Ballen vom Feld. Ohne Gewicht und ohne Restfeuchtemessung kaufen Sie ein Risiko. Über 15 Prozent Restfeuchte schwitzt der Ballen im Stapel nach — im schlimmsten Fall bis zur Selbstentzündung.
Was Sie im Jahr rechnen müssen
Ein 600-kg-Pferd frisst rund 3,8 Tonnen Heu im Jahr. Bei 20 Cent je Kilogramm sind das etwa 760 Euro allein für Raufutter — vor Fracht.
Aktuelle Kilopreise und Staffeln stehen unter Heu-Preise, die Gebinde unter Heu in Ballen.