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Wissen

Heu für Kaninchen: worauf es wirklich ankommt

Heu macht rund 80 Prozent der Ration aus und muss immer verfügbar sein. Entscheidend sind Struktur, Blattanteil und Staubfreiheit — nicht der Preis je Kilo.

Veröffentlicht am 18.08.2026

Ein hellbraunes Hauskaninchen frisst Heuhalme vom Boden, im Hintergrund ein Karton als Versteck.

Heu ist für Kaninchen kein Beifutter, sondern das Hauptfutter: rund 80 Prozent der Tagesration und rund um die Uhr verfügbar. Alles andere — Gemüse, Kräuter, Pellets — kommt obendrauf.

Der Grund liegt im Gebiss. Kaninchenzähne wachsen lebenslang nach, etwa zwei bis drei Millimeter pro Woche. Abgerieben werden sie nur durch langes Kauen von strukturiertem Raufutter. Fehlt das, wachsen Backenzähne zu Spitzen aus, verletzen Zunge und Wange, und das Tier stellt das Fressen ein.

Welches Heu passt

HeutypEignungHinweis
Wiesenheu, 2. Schnittsehr gutfein, blattreich, gut akzeptiert
Wiesenheu, 1. Schnittgutstrukturreicher, mehr Kauarbeit
Kräuterheusehr gutAbwechslung, hohe Akzeptanz
Luzerneheunur zeitweisezu kalziumreich für Dauerfütterung
Bergwiesenheusehr gutartenreich, aromatisch

Für ausgewachsene, gesunde Kaninchen ist eine Mischung aus feinem Wiesenheu und etwas Kräuterheu ideal. Luzerne ist mit rund 1,5 Prozent Kalzium zu reich für die Dauerfütterung und begünstigt Blasengrieß — sinnvoll nur für Jungtiere unter sechs Monaten und tragende Häsinnen.

Die drei Qualitätsmerkmale

Staubfreiheit. Kaninchen haben ein empfindliches Atemsystem und stecken die Nase tief ins Futter. Staubiges Heu führt zu Niesen, Augenausfluss und chronischen Atemwegsproblemen. Prüfen Sie mit der Schüttelprobe: eine Handvoll gegen das Licht kräftig aufschütteln.

Blattanteil. Die Nährstoffe sitzen im Blatt, nicht im Halm. Heu, das beim Anfassen zerbröselt und nur noch aus Stängeln besteht, wurde zu trocken gewendet oder zu lange gelagert.

Geruch. Aromatisch und leicht süßlich ist richtig. Muffig, stechend oder erdig bedeutet Schimmel — und Schimmel ist bei Kaninchen wegen der geringen Körpermasse deutlich schneller gefährlich als beim Pferd.

Wie viel und wie angeboten

Ein ausgewachsenes Kaninchen braucht täglich etwa sein eigenes Körpervolumen an Heu — das klingt nach viel und ist die richtige Größenordnung. Praktisch heißt das: die Raufe wird nie leer.

Bieten Sie Heu an mindestens zwei Stellen an, idealerweise erhöht in einer Raufe und zusätzlich lose auf dem Boden. Lose angebotenes Heu entspricht dem natürlichen Fressverhalten; die Raufe hält den Rest sauber. Was verschmutzt wurde, wird ersetzt, nicht aufgefüllt.

Wechseln Sie das Heu täglich. Kaninchen sind wählerisch und rühren durchgelegenes Heu nicht mehr an — was dann wie Verschwendung aussieht, ist ein Qualitätsurteil des Tieres.

Häufige Fehler

Zu wenig Heu, zu viel Trockenfutter. Pellets sind schnell gefressen und reiben die Zähne kaum ab. Sie gehören in kleine Mengen oder ganz weg.

Heu im geschlossenen Beutel lagern. Heu muss atmen. In Plastik zieht es Feuchtigkeit und schimmelt. Ein Jutesack oder eine offene Box an einem trockenen, luftigen Ort ist richtig.

Frisches Heu direkt nach der Ernte. Heu muss vier bis sechs Wochen nachschwitzen, bevor es verfüttert wird. Zu frisches Heu führt zu Blähungen und Durchfall.

Heu für besondere Lebensphasen

Jungtiere bis sechs Monate dürfen Luzerne bekommen. Der höhere Kalzium- und Proteingehalt deckt den Wachstumsbedarf. Ab dem siebten Monat wird schrittweise auf reines Wiesenheu umgestellt.

Alte Kaninchen mit abgenutzten oder gezogenen Backenzähnen kommen mit grobem Heu nicht mehr zurecht. Feines Heu vom zweiten Schnitt, kurz geschnitten und angefeuchtet, bleibt fressbar. Wo gar nichts mehr geht, sind eingeweichte Heucobs die Brücke — sie liefern dieselbe Rohfaser in aufgeschlossener Form.

Kranke oder operierte Tiere fressen oft schlecht. Frisches, besonders aromatisches Heu direkt vor die Nase gelegt ist hier wirksamer als jedes Aufbaufutter — die Verdauung eines Kaninchens darf keine sechs Stunden stillstehen.

Was wir anbieten

Unser KLEINMAHD ist genau für Kleintiere geschnitten: feiner Aufwuchs, hoher Blattanteil, mehrfach entstaubt. Jede Charge trägt ihre Staubbewertung und die Laborwerte im Halmpass.

Die gesamte Auswahl finden Sie unter Kleintierheu.

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