Sattelzug bestellen +49 15510 650613
Wissen

Unterschied zwischen Heu und Stroh

Heu ist getrocknetes Grünland und dient als Futter. Stroh ist der Resthalm der Getreideernte und dient vor allem als Einstreu. Alles Weitere folgt aus diesem einen Satz.

Veröffentlicht am 18.08.2026

Ein Rundballen Stroh steht auf dem abgeernteten Stoppelfeld, dahinter eine Baumreihe unter blauem Himmel.

Der Unterschied in einem Satz: Heu ist getrocknetes Gras und ein Futtermittel. Stroh ist der Halm, der nach dem Ausdreschen des Getreides übrig bleibt, und in erster Linie Einstreu.

Alles andere — Farbe, Nährwert, Preis, Verwendung — folgt aus dieser Herkunft.

Die Gegenüberstellung

HeuStroh
HerkunftWiese, GrünlandGetreidefeld nach dem Drusch
PflanzeGräser, Kräuter, LeguminosenWeizen, Gerste, Roggen, Hafer
ErntezeitMai bis SeptemberJuli bis August
Farbegrün bis graugrüngoldgelb bis hellbraun
Strukturweich, blattreichhohl, glatt, stängelig
Rohprotein6–12 %2–4 %
Rohfaser25–32 %38–45 %
HauptzweckFutterEinstreu
Gerucharomatisch, süßlichneutral, leicht staubig

Woran Sie beides sofort unterscheiden

Die Farbe. Heu behält Chlorophyll und bleibt grünlich. Stroh ist ausgereift und goldgelb. Ein stark ausgeblichenes, gelbes Heu hatte zu viel Sonne oder Regen auf dem Schwad und hat dabei Nährstoffe verloren.

Der Halm. Strohhalme sind hohl und glatt — man kann hindurchpusten. Grashalme sind massiver und tragen Blätter.

Der Geruch. Gutes Heu riecht deutlich aromatisch, fast süßlich. Stroh riecht nach fast nichts.

Warum Stroh kein Futter ersetzt

Stroh hat kaum Protein und wenig verwertbare Energie, dafür sehr viel Lignin — den Anteil der Rohfaser, den auch der Pferdedarm nicht aufschließt. Es sättigt und beschäftigt, aber es ernährt nicht.

Wer ein Pferd überwiegend mit Stroh füttert, riskiert zwei Dinge: eine Unterversorgung mit Protein und Mineralstoffen, und — weil Stroh langsam und schlecht durch den Darm wandert — eine Verstopfungskolik.

Als Ergänzung ist Stroh dagegen sinnvoll. Bei leichtfuttrigen Pferden verlängert eine Beimischung von 20 bis 30 Prozent die Fresszeit, ohne die Energiezufuhr zu erhöhen. Das ist genau der Hebel, den man bei Übergewicht braucht. Ausführlich steht das unter Stroh als Einstreu oder Futter.

Wann Stroh die bessere Wahl ist

Als Einstreu ist Stroh dem Heu in jeder Hinsicht überlegen: Es saugt mehr Flüssigkeit, ist deutlich günstiger und lässt sich problemlos kompostieren. Heu als Einstreu zu verwenden ist teuer und unhygienisch, weil das Tier es frisst — auch dann, wenn es bereits verunreinigt ist.

Weizenstroh saugt am besten und ist der Standard für Boxen. Gerstenstroh ist weicher und wird lieber gefressen, was je nach Pferd Vor- oder Nachteil ist.

Und was ist mit Heulage?

Heulage ist der dritte Begriff, der oft dazwischenrutscht. Sie ist angewelktes Gras, das mit 40 bis 60 Prozent Trockenmasse luftdicht in Folie gewickelt wird und dort vergärt. Sie ist damit Futter wie Heu, aber mikrobiologisch ein anderes Produkt — einmal geöffnet muss ein Ballen zügig verbraucht werden, und ein Loch in der Folie macht ihn unbrauchbar.

Häufige Fragen

Kann man Stroh und Heu mischen? Ja, und bei leichtfuttrigen Pferden ist es oft die beste Lösung. Ein Anteil von 20 bis 30 Prozent Stroh in der Ration verlängert die Fresszeit spürbar, ohne Energie nachzulegen. Wichtig ist, langsam über zwei bis drei Wochen umzustellen und immer ausreichend Wasser anzubieten.

Warum ist Stroh billiger? Weil es ein Nebenprodukt ist. Der Landwirt erntet das Getreide; der Halm fällt ohnehin an. Heu dagegen ist das Hauptprodukt einer Fläche, die ein ganzes Jahr dafür bewirtschaftet wird.

Frisst ein Pferd Einstreu? Fast jedes Pferd nimmt Stroh aus der Box auf, manche in erheblichen Mengen. Das ist bei sauberem Stroh unproblematisch und wird bei der Rationsplanung mitgerechnet. Bei Pferden mit Kolikvorgeschichte oder Zahnproblemen ist Späne die sichere Alternative.

Ist Heu für Kaninchen dasselbe wie für Pferde? Botanisch ja, in der Auswahl nein. Kleintiere brauchen feineres, blattreicheres und besonders staubarmes Heu — mehr dazu unter Kleintierheu.

Was Sie brauchen

Für die Fütterung: Heu — bei uns Hangwiesenheu vom ersten und zweiten Schnitt, jede Charge mit Laborwerten im Halmpass.

Für die Box: Stroh — Weizen- und Gerstenstroh aus regionaler Ernte.

Weiterlesen