Die kurze Antwort: ein Heu-Kleinballen wiegt 12 bis 25 kg, ein Rundballen 180 bis 600 kg, ein Großquaderballen 350 bis 500 kg. Welcher Wert gilt, hängt vom Durchmesser beziehungsweise vom Pressmaß ab.
Die Spanne ist deshalb so breit, weil “Ballen” kein Maß ist, sondern eine Verpackungsform. Ein Ballen ist so schwer, wie die Presse ihn gemacht hat.
Gewichte nach Format
| Format | Maße | Gewicht Heu |
|---|---|---|
| HD-Kleinballen | 0,35 × 0,45 × 0,80 m | 12–25 kg |
| Rundballen klein | Ø 1,20 m | 180–250 kg |
| Rundballen mittel | Ø 1,50 m | 300–400 kg |
| Rundballen groß | Ø 1,80 m | 450–600 kg |
| Quaderballen | 0,70 × 0,80 × 1,60 m | 180–250 kg |
| Großquaderballen | 0,80 × 0,90 × 2,40 m | 350–500 kg |
Diese Werte gelten für trockenes Heu mit 12 bis 15 Prozent Restfeuchte. Stroh im gleichen Format wiegt deutlich weniger — etwa die Hälfte bis zwei Drittel, weil der Halm hohl ist und sich schlechter verdichten lässt.
Warum das Gewicht so stark streut
Drei Faktoren verschieben das Ballengewicht, und alle drei sind unabhängig voneinander.
Die Pressdichte. Eine moderne Festkammerpresse mit Schneidwerk bringt deutlich mehr Masse in denselben Durchmesser als eine ältere Variokammerpresse. Zwischen weich und hart gepresst liegen bei gleichem Maß leicht 100 kg.
Die Restfeuchte. Heu mit 18 Prozent Feuchte wiegt bei gleichem Trockenmassegehalt spürbar mehr als Heu mit 12 Prozent — und ist gleichzeitig das schlechtere Heu, weil es zum Nachschwitzen und Schimmeln neigt. Ein auffällig schwerer Ballen ist kein gutes Zeichen, sondern ein Grund, genauer hinzusehen.
Der Schnitt. Zweiter Schnitt ist feiner und blattreicher als erster Schnitt. Er lässt sich dichter pressen und liegt bei gleichem Maß meist 5 bis 10 Prozent über dem Gewicht des ersten Schnitts.
Warum die Frage praktisch wichtig ist
Wer Heu nach Ballen kauft, kauft eine unbekannte Menge. Wer nach Gewicht kauft, weiß, was er bekommt. Das ist der Grund, warum wir jede Charge nach Kilogramm ausweisen und nicht nach Stückzahl — bei einem Preisvergleich zwischen zwei Anbietern ist das Ballengewicht die Variable, die den Vergleich entscheidet.
Ein Rechenbeispiel: Zwei Angebote über je 60 Euro pro Rundballen. Der eine presst Ø 1,50 m mit 340 kg, der andere Ø 1,20 m mit 210 kg. Das sind 17,6 Cent gegen 28,6 Cent je Kilogramm — ein Preisunterschied von 62 Prozent bei identischem Ballenpreis.
Transport und Lagerplatz planen
Für die Logistik zählt weniger das Einzelgewicht als die Ladung insgesamt. Ein Standard-Sattelzug fasst je nach Format 24 bis 36 Großquaderballen und kommt damit auf rund 24 Tonnen Nutzlast. Bei Rundballen begrenzt meist das Volumen, nicht das Gewicht.
Für den Lagerplatz gilt die Faustzahl: gestapeltes Heu wiegt etwa 130 bis 160 kg je Kubikmeter. Wer eine Zwischendecke belädt, sollte diesen Wert kennen, bevor er stapelt.
Wie viel davon braucht Ihr Bestand?
Ein 600-kg-Pferd frisst 9 bis 12 kg Heu am Tag, also rund 315 kg im Monat — etwa ein mittlerer Rundballen. Für die genaue Rechnung nach Gewicht, Rasse und Haltung nutzen Sie den Bedarfsrechner, und die verfügbaren Formate finden Sie unter Heu in Ballen.
Jede Charge trägt ihr tatsächliches Ballengewicht im Halmpass — gewogen, nicht geschätzt.