Grummet ist der zweite Schnitt einer Wiese — das, was nach der ersten Mahd im Frühsommer nachwächst und im Spätsommer geerntet wird. Je nach Region heißt dasselbe Futter Öhmd, Emd, Nachmahd oder schlicht zweiter Schnitt.
Das Wort ist alt und stammt vermutlich von mittelhochdeutsch gruonmāt, also “grüne Mahd” — ein Hinweis darauf, dass dieser Aufwuchs grüner und weicher ist als der erste.
Was Grummet vom ersten Schnitt unterscheidet
Der erste Schnitt wächst über das ganze Frühjahr, schiebt Halme und bildet Samenstände. Er ist strukturreich und stängelig. Der zweite Aufwuchs hat weniger Zeit, kommt nicht mehr zur vollen Blüte und bleibt dadurch im Blattstadium.
| 1. Schnitt | Grummet (2. Schnitt) | |
|---|---|---|
| Erntezeit | Juni | August bis September |
| Struktur | halmreich, gröber | blattreich, feiner |
| Rohfaser | 28–32 % | 22–27 % |
| Rohprotein | 7–10 % | 10–14 % |
| Energie | 7,5–8,5 MJ | 8,5–9,5 MJ |
| Zucker | meist höher | meist niedriger |
Der verbreitete Irrtum
Grummet gilt vielerorts als das bessere Heu. Das stimmt für manche Pferde und ist für andere ein Problem.
Feineres, blattreicheres Heu bedeutet mehr Protein und mehr Energie je Kilogramm — hervorragend für Fohlen, tragende oder laktierende Stuten, alte Pferde mit schlechten Zähnen und Pferde im harten Training.
Für ein leichtfuttriges Robustpferd, einen Haflinger oder ein Pony ist genau das der falsche Weg. Diese Tiere brauchen Fresszeit und Struktur, nicht Energiedichte. Sie nehmen auf Grummet zu, und weil man dann die Menge kürzt, verlängern sich die Fresspausen — mit dem bekannten Risiko für den Magen.
Die Faustregel: Wer Struktur und lange Fresszeit braucht, nimmt den ersten Schnitt. Wer Nährstoffdichte braucht, nimmt Grummet.
Der Zuckergehalt ist die Ausnahme von der Regel
Beim Zucker kehrt sich das Bild oft um. Der erste Schnitt trägt bei sonniger Ernte häufig mehr wasserlösliche Kohlenhydrate als der zweite, weil die Pflanze im Frühjahr stärker einlagert. Das macht Grummet für Pferde mit EMS, Cushing oder Hufrehevorgeschichte manchmal zur besseren Wahl — aber eben nicht zuverlässig.
Zuverlässig ist nur die Analyse. Schnitt und Zuckergehalt korrelieren, sie bedingen einander nicht. Wer auf Zucker achten muss, braucht den gemessenen Wert, keine Faustregel. Deshalb steht bei jeder unserer Chargen der WSC- und Fruktanwert im Halmpass.
Woran Sie gutes Grummet erkennen
Der zweite Schnitt fällt in den Spätsommer, und damit in eine Zeit mit kürzeren Tagen, mehr Tau und geringerer Trocknungsleistung. Genau das macht ihn anfälliger.
Achten Sie auf drei Dinge. Die Farbe sollte grün bis graugrün sein, nicht bräunlich — Braun heißt Regen auf dem Schwad. Der Geruch muss aromatisch sein; jeder muffige oder stechende Anteil bedeutet Schimmel und damit Ausschluss. Und die Staubprobe: einen Ballen öffnen, eine Handvoll kräftig schütteln und gegen das Licht sehen. Was dabei sichtbar staubt, landet später in der Lunge des Pferdes.
Weil die Trocknung im August kritischer ist als im Juni, ist Grummet der Schnitt, bei dem sich eine Laboranalyse am deutlichsten auszahlt.
Warum es beim dritten Schnitt aufhört
Ein dritter Schnitt ist auf Hangwiesen selten sinnvoll. Der Aufwuchs bleibt dünn, das Wetter im Oktober lässt kaum noch verlässliche Trocknung zu, und die Pflanze braucht Reserven für den Winter. Wer den Bestand dreimal schneidet, schwächt ihn für das Folgejahr.
Was wir anbieten
Unser HANGMAHD 2. Schnitt ist genau dieses Grummet: gewachsen auf Hanglagen, spät geschnitten, bodentrocken geworben. Den strukturreichen Gegenpart finden Sie unter HANGMAHD 1. Schnitt.
Welcher Schnitt zu Ihrem Pferd passt, steht ausführlich unter Erster oder zweiter Schnitt.